Wo und wann Sie die Wiederholung der Dokumentation "Kurt Weill - Von Dessau an den Broadway" vom Freitag (28.02.2025) sehen können, ob im Fernsehen oder auch digital in der Mediathek, erfahren Sie hier.
Wenn Sie die Dokumentation bei MDR nicht schauen konnten, die Episode 238 dennoch sehen wollen: Hier könnte die MDR-Mediathek nützlich sein. Diese bietet online zahlreiche TV-Beiträge als Video on Demand zum streamen - auch und vor allem nach der jeweiligen Ausstrahlung im Fernsehen. In der Regel finden Sie die Sendung nach der TV-Ausstrahlung in der Mediathek vor. Leider gilt dies nicht für alle Sendungen. Eine Wiederholung bei MDR im klassischen TV wird es in nächster Zeit leider nicht geben.
"Kurt Weill - Von Dessau an den Broadway" im TV: Darum geht es in der Dokumentation
Die Moritat von Mackie Messer aus der "Dreigroschenoper" ist ein Ohrwurm. Wie kaum ein anderer Song beschwört er die "Goldenen" Zwanziger herauf, das vergnügungssüchtige Berlin aus der Zeit kurz vor dem großen Crash, der Zeit zwischen den Weltkriegen. Nie war Deutschland mit seiner Metropole Berlin aufregender als zu dieser Zeit.
Mit der "Dreigroschenoper" gelingt Kurt Weill, dem jüdischen Kantorensohn aus Dessau, ein ungeheurer Wurf. Und das ist erst der Anfang. Mit seiner Musik fängt er den Zeitgeist ein und schafft zugleich etwas Universelles, das die Zeit überdauert und heute noch berührt. Weill steht für den Soundtrack eines halben Jahrhunderts.
1930 wird Weills Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" in Leipzig uraufgeführt. Sie löst einen der größten deutschen Theaterskandale aus. Schuld sind nicht ästhetische, sondern politische Gründe: Störtrupps rechtsnationaler Organisationen sorgen im Opernhaus für Tumult und Panik. Es erscheinen Schmähartikel über die "undeutsche" Musik. Drei Bühnen treten daraufhin von ihren Aufführungsverträgen zurück.
Als Jude, Avantgardist und Linksintellektueller wird Kurt Weill in jenen Jahren für die Nazi-Propaganda die Symbolfigur des "jüdischen Kulturbolschewismus". Fünf Jahre später flieht Weill aus Deutschland nach Paris und findet schließlich in Amerika seine neue Heimat. Es gelingt ihm, wie kaum einem anderen Emigranten, beruflich sofort wieder Fuß zu fassen.
Der Broadway wird seine Bühne. Weill, der mit seiner Frau Lotte Lenya gemeinsam die amerikanische Staatsbürgerschaft erhält, komponiert mit großem Erfolg amerikanische Musicals und Opern, schreibt Filmmusik für Hollywood. Musicalstar Ute Lemper erinnert sich in dem Film an ihre erste Begegnung mit Weills Musik und erklärt, warum die Amerikaner Weill so lieben.
Der Biograf Jürgen Schebera, der schon zu DDR-Zeiten über Weill forschte, taucht mit seinen Schellack-Platten von Weill-Songs in das Leben des außergewöhnlichen Musikers ein. Der englische Weill-Forscher Stephen Hinton erzählt über einen Menschen, der von beiden Enden brannte, der zu viel rauchte und viel zu früh gestorben ist, und der mit seiner Musik ein großes Publikum erreichen wollte. Viele seiner Songs sind zu Jazzstandards geworden, gesungen von Louis Armstrong, Sting, Tom Waits, Udo Lindenberg, Milva, David Bowie oder Campino. (Quelle: MDR, übermittelt durch FUNKE Programmzeitschriften)
"Kurt Weill - Von Dessau an den Broadway" im TV: Alle Infos nochmal auf einen Blick
Folge: 238
Thema: Dokumentation
Bei: MDR
Produktionsjahr: 2020
Länge: 30 Minuten
In HD: Ja