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Stormskärs Maja - Von Liebe getragen, von Stümen geprägt
Stormskärs Maja - Von Liebe getragen, von Stümen geprägt
© mindjazz pictures

Stormskärs Maja - Von Liebe getragen, von Stürmen geprägt (2024)

Myrskyluodon Maija

Finnisches Drama von Regisseurin Tiina Lymi nach der Romanreihe der finnlandschwedischen Schriftstellerin Anni Blomqvist.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Maja (Amanda Jansson), die Mitte des 19. Jahrhunderts als zweitgeborene Tochter des Bauern Mickel (Tobias Zilliacus) im schwedischsprachigen Teil Finnlands aufwächst, lebt in ihrer eigenen Welt. Die Tagträumerin liebt die Natur, und noch mehr als an Gott glaubt sie an Kobolde und Naturgeister und an alte Bräuche, die einen davor beschützen. Die Gefühle, die sie für einen Nachbarsjungen entwickelt, kann Maja allerdings nicht ausleben, da ihr Vater die Hand seiner Tochter dem Fischer Janne (Linus Troedsson) verspricht, als dieser darum anhält. Auch ihrem geliebten Zuhause muss Maja Lebewohl sagen, denn Janne will sein Glück auf der unbewohnten åländischen Schäreninsel Stormskär suchen.

Noch ohne ein Haus, das erst noch errichtet werden muss, ziehen Maja und Janne mit ihrer überschaubaren Habe und einer Kuh in einen Stall. Und weil Janne Majas Aberglauben und Bräuche nicht verlacht, sondern ernst nimmt, stiehlt er sich nach und nach in ihr Herz. Der entbehrungsreiche Alltag in der Abgeschiedenheit wird bald von Kinderlachen erhellt. Doch das Leben der beiden wird auf eine harte Probe gestellt, als der Åland-Krieg ausbricht. Als englische Schiffe unter dem Kommando von Lieutenant John Wilson (Desmond Eastwood) vor der Küste auftauchen und die kleine Insel besetzen, muss Janne fliehen und Maja ist mit ihren Kindern auf sich allein gestellt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

"Stormskärs Maja": Gegen den Strom

Jede Romanverfilmung steht vor vergleichbaren Problemen. Wie nah soll man an der Vorlage bleiben, wie frei den Stoff interpretieren? Welche Passagen müssen unbedingt erzählt werden, welche sind verzichtbar? Fragen, die sich auch die finnische Regisseurin Tiina Lymi bei der Adaption von "Stormskärs Maja" stellen musste. Immerhin umfasst die Vorlage der Schriftstellerin Anni Blomqvist (1909–1990) gleich eine ganze Romanserie, bestehend aus fünf Bänden, die zwischen 1968 und 1973 erschienen sind.

Bereits 1975 wurde Blomqvists Geschichte für das finnische Fernsehen adaptiert. Dafür standen den Machern damals sechs Episoden mit einer Gesamtlaufzeit von 400 Minuten zur Verfügung. Gemessen daran nimmt sich Lymis Verfilmung mit 164 Minuten geradezu kurz aus. Das Gefühl, dass etwas fehlen könnte, beschleicht einen trotzdem nicht, so rund bringt Lymi die Geschichte ihrer Titelheldin auf die große Leinwand.

Tolle Bilder an Originalschauplätzen

Für Tiina Lymi, die ihre Karriere als Schauspielerin begann, seit 20 Jahren auch Drehbücher schreibt und seit nunmehr 15 Jahren Regie führt, war "Stormskärs Maja" in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Lymis jüngster Film ist ihr bislang größter, der allen Beteiligten nicht nur logistisch einiges abverlangte. Auch die Witterungsbedingungen an den Originalschauplätzen auf Åland setzten der Crew zu, zahlten sich letzten Endes aber aus. Denn dem Schauspielensemble um Amanda Jansson und Linus Troedsson ist der harte Alltag ihrer Figuren förmlich ins Gesicht geschrieben. Und der Kameramann Rauno Ronkainen, der mit dem vor Ort gegebenen Licht gearbeitet hat, kleidet die bewegende Biografie der Titelheldin in Bilder, die durch ihre natürliche Schönheit bestechen.

Überhaupt ist das Zusammenspiel der zwei Hauptdarsteller ein Pfund, mit dem Lymi wuchern kann. Jansson und Troedsson harmonieren wunderbar als ungleiches Paar, aus dessen gegenseitiger Akzeptanz nicht nur eine gleichberechtigte Partnerschaft, sondern schließlich auch echte Liebe entspringt; das aneinander und miteinander wächst. Ein weiteres Pfund ist Lymis Drehbuch, das diese Beziehung durchaus moderner als noch Blomqvist in ihren Romanen begreift.

Liebe, Trauer und Emanzipation

"Vorurteile gegenüber Frauen bestehen in unserer Gesellschaft immer noch, auch wenn sie oft versteckt werden", hat die Regisseurin in einem Interview zu ihrem Film gesagt. Nicht zuletzt deshalb sei es ihr ein Bedürfnis gewesen, die bis heute wichtige Frage nach der Gleichberechtigung in ihrem Film zu stellen, auch wenn dieser im 19. Jahrhundert spielt. Unter Lymis Regie ist Majas Geschichte mehr als nur eine Liebesgeschichte voller historischer Einschnitte und tragischer Schicksalsschläge. Ihr Melodram, das nebenbei gesagt nie in den Kitsch abdriftet, ist auch eine Emanzipationsgeschichte. Maja bringt sich selbst das Lesen und Schreiben bei, verdient ihr eigenes Geld, ringt den englischen Soldaten, die ihr bescheidenes Heim besetzen, mit Argumenten Zugeständnisse ab und hat irgendwann nicht nur im übertragenen Sinn, sondern buchstäblich die Hosen an.

Um diese Entwicklung zu veranschaulichen und zu einem krönenden Abschluss zu bringen, hat Tiina Lymi eine sich wiederholende Szene bei einem reichen Geldgeber in ihr Drehbuch geschrieben. Zwischen den zwei Szenen sind auf der Handlungsebene mehrere Jahre vergangen. Statt stumm und verschüchtert hinter ihrem Mann zurückzustehen, tritt Maja nun forsch und selbstbewusst auf. Notgedrungen auf sich allein gestellt, steht sie ihre Frau und stellt das Verhältnis zwischen Männern und Frauen infrage. Majas kleiner Jubelschrei, den sie nach dem Besuch vor der Tür ausstößt und den die Frau des Geldgebers heimlich durchs Fenster beobachtet, ist ein großer Triumph. Ganz so, wie "Stormskärs Maja" aus einem kleinen Leben großes Kino macht.

Fazit: Die Regisseurin Tiina Lymi hat eine Romanserie von Anni Blomqvist verfilmt und in ihrer Adaption moderat modernisiert. "Stormskärs Maja" ist ein bestechend schönes und vollkommen kitschfreies Melodram über eine Frau, die selbstbewusst gegen den Strom schwimmt. Aus einem kleinen Leben wird großes Kino.




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Besetzung & Crew von "Stormskärs Maja - Von Liebe getragen, von Stürmen geprägt"

Land: Finnland
Jahr: 2024
Genre: Drama
Originaltitel: Myrskyluodon Maija
Länge: 164 Minuten
Kinostart: 03.04.2025
Regie: Tiina Lymi
Darsteller: Amanda Jansson als Maja, Linus Troedsson als Janne, Jonna Järnefelt, Tobias Zilliacus, Amanda Kilpeläinen Arvidsson
Kamera: Rauno Ronkainen
Verleih: mindjazz pictures

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