
Sterben ohne Gott (2025)
Deutscher Dokumentarfilm, der sich mit dem Ableben in ungläubigen Zeiten befasst.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung :
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Unsere Gesellschaft wird immer säkularer. Welche Auswirkungen hat das auf den Umgang mit dem Tod. Wie gehen Menschen mit dem Sterben um, die nicht mehr an Gott glauben. Diesen und weiteren Fragen geht der Regisseur Moritz Terwesten in seinem Dokumentarfilm nach und hat sich dafür mit verschiedenen Experten auf dem Gebiet getroffen.
Vor seiner Kamera nimmt unter anderem der Sozialpsychologe Sheldon Solomon Platz, der mit zwei Kollegen Ende der 1980er-Jahre die Terror-Management-Theorie entwickelte und den Menschen nicht als Homo sapiens (verstehender Mensch), Homo faber (schaffender Mensch) oder Homo ludens (spielender Mensch), sondern als Homo mortalis begreift, also als ein Wesen, das sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst ist.
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Filmkritik
"Sterben ohne Gott": Gespräche über die letzten Dinge
Die Frage, die am Beginn dieses Filmprojekts stand, ist persönlicher Natur. Dessen Regisseur Moritz Terwesten war bereits in seiner Kindheit mit dem Tod in Berührung gekommen. "Diese Erlebnisse führten mich früh zur Frage, wie wir mit dem Tod umgehen, besonders in einer zunehmend säkularen Welt, da ich mit Religion wenig anfangen konnte", sagt Terwesten. Eine Antwort darauf sucht er in Interviews mit Philosophen, Psychologen und Kulturkritikern, die vom Sozialpsychologen Sheldon Solomon über den Filmemacher Jörg Buttgereit ("Der Todesking", "Schramm") bis zum Biologen Mark Benecke reichen. Deren Aussagen sind aber nicht nur für Atheisten geeignet.
Alte Thesen, kein Widerspruch
Die verschiedenen Thesen, die von den Interviewten in den Raum gestellt werden, sind allesamt nicht neu. Solomons Ansicht etwa, dass es vor allem der Tod sei, der unser aller Leben beeinflusse, ist nur eine von diversen Theorien über Bewältigungsstrategien und Abwehrmechanismen. Die Übergänge zur Freudschen (durchaus kritisch diskutierten) Sublimierung scheinen zumindest fließend zu sein. Ob es also nur oder überhaupt erst die Angst vor dem Tod ist, die uns antreibt und nicht (zusätzlich) andere Triebe, beantwortet der Film nicht.
Was daran liegt, dass Terwesten seinen Interviewpartnern stets eine Spur zu ehrfürchtig zuhört, anstatt kritisch nachzuhaken, was wiederum daran liegen könnte, dass er sein eigenes Weltbild in den Antworten bestätigt sieht. Am augenfälligsten wird das im Gespräch mit dem deutschen Philosophen und Ethiker Franz Josef Wetz. In dessen Weltanschauung kommen Menschen, die keine Angst vor dem Tod haben, nicht vor. Buddhistischen Mönchen gesteht er diese Fähigkeit dann jedoch zu. Dass man angstfreie Zustände aber auch ohne den Umweg der Religion, sondern schlicht und ergreifend als klar denkender Mensch erreichen kann, ein solcher Gedanke scheint Wetz vollkommen fremd zu sein.
Viele Themen, kurzweilig dargeboten
So wenig der Regisseur auch kritisch nachhakt, so viele Themen schneidet sein Film an. Neben unserem Umgang mit dem Sterben geht es um die Darstellung des Todes in kulturellen Erzeugnissen wie Film und Fernsehen, um den im Transhumanismus verankerten Wunsch nach Unsterblichkeit und um neue Trauer- und Bestattungsrituale. Die kurze Laufzeit des Films von gerade einmal 80 Minuten bietet Vor- und Nachteile. Während viele der Themen nur angerissen werden können, langweilt der Film auch nie. In Schwarz-Weiß gedreht und durch kurze, von Saul Bass inspirierte Animationen aufgepeppt, ist "Sterben ohne Gott" eine kurzweilige Konversation über die letzten Dinge des Lebens.
Fazit: Moritz Terwesten hat einen kurzen Dokumentarfilm über den Tod, genauer gesagt über unseren Umgang mit selbigem gedreht. Auch wenn der Film viele Themen nur anschneidet und keine Kritik an den dargelegten Thesen äußert, ist "Sterben ohne Gott" eine kurzweilige Konversation über die letzten Dinge des Lebens.
Die Frage, die am Beginn dieses Filmprojekts stand, ist persönlicher Natur. Dessen Regisseur Moritz Terwesten war bereits in seiner Kindheit mit dem Tod in Berührung gekommen. "Diese Erlebnisse führten mich früh zur Frage, wie wir mit dem Tod umgehen, besonders in einer zunehmend säkularen Welt, da ich mit Religion wenig anfangen konnte", sagt Terwesten. Eine Antwort darauf sucht er in Interviews mit Philosophen, Psychologen und Kulturkritikern, die vom Sozialpsychologen Sheldon Solomon über den Filmemacher Jörg Buttgereit ("Der Todesking", "Schramm") bis zum Biologen Mark Benecke reichen. Deren Aussagen sind aber nicht nur für Atheisten geeignet.
Alte Thesen, kein Widerspruch
Die verschiedenen Thesen, die von den Interviewten in den Raum gestellt werden, sind allesamt nicht neu. Solomons Ansicht etwa, dass es vor allem der Tod sei, der unser aller Leben beeinflusse, ist nur eine von diversen Theorien über Bewältigungsstrategien und Abwehrmechanismen. Die Übergänge zur Freudschen (durchaus kritisch diskutierten) Sublimierung scheinen zumindest fließend zu sein. Ob es also nur oder überhaupt erst die Angst vor dem Tod ist, die uns antreibt und nicht (zusätzlich) andere Triebe, beantwortet der Film nicht.
Was daran liegt, dass Terwesten seinen Interviewpartnern stets eine Spur zu ehrfürchtig zuhört, anstatt kritisch nachzuhaken, was wiederum daran liegen könnte, dass er sein eigenes Weltbild in den Antworten bestätigt sieht. Am augenfälligsten wird das im Gespräch mit dem deutschen Philosophen und Ethiker Franz Josef Wetz. In dessen Weltanschauung kommen Menschen, die keine Angst vor dem Tod haben, nicht vor. Buddhistischen Mönchen gesteht er diese Fähigkeit dann jedoch zu. Dass man angstfreie Zustände aber auch ohne den Umweg der Religion, sondern schlicht und ergreifend als klar denkender Mensch erreichen kann, ein solcher Gedanke scheint Wetz vollkommen fremd zu sein.
Viele Themen, kurzweilig dargeboten
So wenig der Regisseur auch kritisch nachhakt, so viele Themen schneidet sein Film an. Neben unserem Umgang mit dem Sterben geht es um die Darstellung des Todes in kulturellen Erzeugnissen wie Film und Fernsehen, um den im Transhumanismus verankerten Wunsch nach Unsterblichkeit und um neue Trauer- und Bestattungsrituale. Die kurze Laufzeit des Films von gerade einmal 80 Minuten bietet Vor- und Nachteile. Während viele der Themen nur angerissen werden können, langweilt der Film auch nie. In Schwarz-Weiß gedreht und durch kurze, von Saul Bass inspirierte Animationen aufgepeppt, ist "Sterben ohne Gott" eine kurzweilige Konversation über die letzten Dinge des Lebens.
Fazit: Moritz Terwesten hat einen kurzen Dokumentarfilm über den Tod, genauer gesagt über unseren Umgang mit selbigem gedreht. Auch wenn der Film viele Themen nur anschneidet und keine Kritik an den dargelegten Thesen äußert, ist "Sterben ohne Gott" eine kurzweilige Konversation über die letzten Dinge des Lebens.
Falk Straub
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Besetzung & Crew von "Sterben ohne Gott"
Land: DeutschlandJahr: 2025
Genre: Dokumentation
Länge: 80 Minuten
Kinostart: 13.03.2025
Regie: Moritz Terwesten
Darsteller: Mark Benecke, Jörg Buttgereit, Lawrence Krauss, Wolfgang M. Schmitt, Sheldon Solomon
Kamera: Christopher Uhrig
Verleih: barnsteiner-film, Moritz Terwesten Film
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