
© Drop-Out Cinema eG
When Evil Lurks (2023)
Cuando acecha la maldad
Argentinischer Horrorfilm über den Kampf zweier Brüder gegen ein sich schleichend ausbreitendes Übel.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung :
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Die Brüder Pedro (Ezequiel Rodríguez) und Jaime (Demián Salomon) wohnen weit draußen auf dem Land. Eines Nachts fallen in der Nähe ihrer Farm Schüsse. Als sie am nächsten Morgen nach dem Rechten sehen und dabei eine zerstückelte Leiche entdecken, setzen sie eine Verkettung unglücklicher Ereignisse in Gang. Bei dem Ermordeten handelt es sich um einen sogenannten Reiniger, den die verzweifelte Mutter María Elena (Isabel Quinteros) gerufen hatte. Der Reiniger sollte ihren Sohn Uriel töten und dabei von dem Dämon befreien, der von Uriel Besitz ergriffen hat und ihn äußerlich wie innerlich verrotten lässt.
Weil die von Pedro und Jaime daraufhin verständigten Behörden nicht einschreiten, beschließen die Brüder, den besessenen Uriel mithilfe des benachbarten Farmers Ruiz (Luis Ziembrowski) loszuwerden. Sie laden Uriel auf einen Pick-up und entsorgen ihn am Wegesrand. Auf der Flucht vor dem nun um sich greifenden Bösen machen die Brüder zunächst in der Stadt Halt. Doch beim Versuch, ihre Mutter Sara (Paula Rubinsztein) und Pedros Kinder, die bei seiner Ex-Frau Sabrina (Virginia Garófalo) leben, mitzunehmen, gerät die Situation vollends außer Kontrolle. Ihre letzte Hoffnung ist die alte Mirtha (Silvia Sabater), die an der Seite ihres Mannes einst als Reinigerin aktiv war.
Bildergalerie zum Film "When Evil Lurks"
Hier streamen
Filmkritik
"When Evil Lurks": Psycho-Horror in der Pampa
"When Evil Lurks", der neue Film von Regisseur Demián Rugna ("Terrified"), wurde beim internationalen Filmfestival von Toronto in dessen Midnight-Madness-Sektion uraufgeführt und sorgte im Anschluss daran auch bei weiteren Genrefilmfestivals wie dem Fantastic Fest in Austin, Texas und dem Festival im spanischen Sitges für Furore. Was Publikum wie Fachpresse so begeisterte, liegt auf der Hand. Der 1979 geborene Argentinier hat nicht nur ein Händchen für atmosphärisch beeindruckend in Szene gesetzte Sequenzen, er verpasst dem totgesagten Subgenre des Besessenenfilms auch eine dringend benötigte Frischzellenkur.
Neuer Ansatz, unappetitliche Effekte
Die Effekte sind sehenswert und ausgesprochen unappetitlich. Mag der von einem Dämon besessene Uriel, was den Ekelfaktor anbelangt, noch an einen Klassiker wie William Friedkins "Der Exorzist" (1973) erinnern, schlägt Rugna in dem von ihm selbst verfassten Drehbuch ansonsten völlig andere Wege ein. Denn bei ihm geht es weder mit dem Teufel zu, noch spielen die Kirche und deren Gottesmänner eine Rolle. Stattdessen treten Reiniger auf, deren seltsame Apparaturen eher an astronomische Geräte denn an Instrumente für einen Exorzismus erinnern. So neu und unverbraucht dieser Ansatz auch daherkommt, vieles aus "When Evil Lurks" wirkt dennoch vertraut. Denn Rugnas Drehbuch bedient sich großzügig an anderen Filmen.
Der Horror, der zunächst zwei Geschwister auf einer abgelegenen Farm heimsucht, erinnert an den aus Bryan Bertinos "The Dark and the Wicked" (2020). Die Tatsache, dass sich das Böse von einer Person auf die nächste übertragt, lässt an einen Film wie "Dämon – Trau keiner Seele" (1998) mit Denzel Washington denken. Und wenn Rugna gegen Ende der ohnehin schon an Wendungen reichen Handlung schließlich den Plottwist aus dem Hut zaubert, dass der Dämon die Nähe zu Kindern sucht, die zu seinen willfährigen Werkzeugen werden, dann schwingen in "When Evil Lurks" ganz klar auch Vibes aus Filmen wie "Das Dorf der Verdammten" (1960) und "Ein Kind zu töten…" (1976) mit.
Viele Versatzstücke, wechselnde Register
Trotz all dieser (und noch unzähliger weiterer) Bezüge wirkt "When Evil Lurks" nie wie ein Abklatsch. Ganz im Gegenteil gelingt es Demián Rugna, aus all den bekannten Versatzstücken etwas Eigenständiges zu formen, von dem eine eigenartige Faszination ausgeht. Dabei wechselt der Regisseur mühelos die Register. Mal inszeniert er den Horror bei glockenhellem Tag rasant, brutal und von Pablo Fuus enervierender Musik angepeitscht. Dann wieder setzt er auf nächtliche Szenen, in denen sich der Grusel seelenruhig entfaltet. Von einem beeindruckend agierenden Ensemble getragen, schleicht sich das Grauen in diesem Film ganz gemächlich an, bevor es unerbittlich zuschlägt.
Fazit: Auch in seinem neuen Film "When Evil Lurks" beweist der argentinische Regisseur Demián Rugna ein Händchen für atmosphärisch überzeugenden Horror. Ganz nebenbei verpasst er mit seinem außergewöhnlichen Plot voller unerwarteter Wendungen dem Subgenre des Besessenenfilms eine Frischzellenkur. In der von Rugna selbst verfassten Handlung mag nicht immer alles logisch zugehen. Das fällt jedoch kaum ins Gewicht, da Rugna mit seiner mitunter atemlosen Inszenierung über etwaige Ungereimtheiten hinwegfegt, sodass im Kinosaal überhaupt keine Zeit bleibt, lange darüber nachzudenken.
"When Evil Lurks", der neue Film von Regisseur Demián Rugna ("Terrified"), wurde beim internationalen Filmfestival von Toronto in dessen Midnight-Madness-Sektion uraufgeführt und sorgte im Anschluss daran auch bei weiteren Genrefilmfestivals wie dem Fantastic Fest in Austin, Texas und dem Festival im spanischen Sitges für Furore. Was Publikum wie Fachpresse so begeisterte, liegt auf der Hand. Der 1979 geborene Argentinier hat nicht nur ein Händchen für atmosphärisch beeindruckend in Szene gesetzte Sequenzen, er verpasst dem totgesagten Subgenre des Besessenenfilms auch eine dringend benötigte Frischzellenkur.
Neuer Ansatz, unappetitliche Effekte
Die Effekte sind sehenswert und ausgesprochen unappetitlich. Mag der von einem Dämon besessene Uriel, was den Ekelfaktor anbelangt, noch an einen Klassiker wie William Friedkins "Der Exorzist" (1973) erinnern, schlägt Rugna in dem von ihm selbst verfassten Drehbuch ansonsten völlig andere Wege ein. Denn bei ihm geht es weder mit dem Teufel zu, noch spielen die Kirche und deren Gottesmänner eine Rolle. Stattdessen treten Reiniger auf, deren seltsame Apparaturen eher an astronomische Geräte denn an Instrumente für einen Exorzismus erinnern. So neu und unverbraucht dieser Ansatz auch daherkommt, vieles aus "When Evil Lurks" wirkt dennoch vertraut. Denn Rugnas Drehbuch bedient sich großzügig an anderen Filmen.
Der Horror, der zunächst zwei Geschwister auf einer abgelegenen Farm heimsucht, erinnert an den aus Bryan Bertinos "The Dark and the Wicked" (2020). Die Tatsache, dass sich das Böse von einer Person auf die nächste übertragt, lässt an einen Film wie "Dämon – Trau keiner Seele" (1998) mit Denzel Washington denken. Und wenn Rugna gegen Ende der ohnehin schon an Wendungen reichen Handlung schließlich den Plottwist aus dem Hut zaubert, dass der Dämon die Nähe zu Kindern sucht, die zu seinen willfährigen Werkzeugen werden, dann schwingen in "When Evil Lurks" ganz klar auch Vibes aus Filmen wie "Das Dorf der Verdammten" (1960) und "Ein Kind zu töten…" (1976) mit.
Viele Versatzstücke, wechselnde Register
Trotz all dieser (und noch unzähliger weiterer) Bezüge wirkt "When Evil Lurks" nie wie ein Abklatsch. Ganz im Gegenteil gelingt es Demián Rugna, aus all den bekannten Versatzstücken etwas Eigenständiges zu formen, von dem eine eigenartige Faszination ausgeht. Dabei wechselt der Regisseur mühelos die Register. Mal inszeniert er den Horror bei glockenhellem Tag rasant, brutal und von Pablo Fuus enervierender Musik angepeitscht. Dann wieder setzt er auf nächtliche Szenen, in denen sich der Grusel seelenruhig entfaltet. Von einem beeindruckend agierenden Ensemble getragen, schleicht sich das Grauen in diesem Film ganz gemächlich an, bevor es unerbittlich zuschlägt.
Fazit: Auch in seinem neuen Film "When Evil Lurks" beweist der argentinische Regisseur Demián Rugna ein Händchen für atmosphärisch überzeugenden Horror. Ganz nebenbei verpasst er mit seinem außergewöhnlichen Plot voller unerwarteter Wendungen dem Subgenre des Besessenenfilms eine Frischzellenkur. In der von Rugna selbst verfassten Handlung mag nicht immer alles logisch zugehen. Das fällt jedoch kaum ins Gewicht, da Rugna mit seiner mitunter atemlosen Inszenierung über etwaige Ungereimtheiten hinwegfegt, sodass im Kinosaal überhaupt keine Zeit bleibt, lange darüber nachzudenken.
Falk Straub
TrailerAlle "When Evil Lurks"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "When Evil Lurks"
Land: ArgentinienJahr: 2023
Genre: Horror
Originaltitel: Cuando acecha la maldad
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 27.02.2025
Regie: Demián Rugna
Darsteller: Ezequiel Rodríguez als Pedro, Demián Salomón als Jimi, Silvina Sabater, Luis Ziembrowski, Marcelo Michinaux
Kamera: Mariano Suárez
Verleih: Drop-Out Cinema eG
Verknüpfungen zu "When Evil Lurks"Alle anzeigen

Trailer