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Haps - Crime Doesn't Pay (2025)

Gefängnisdrama über einen Untersuchungshäftling, der hinter Gittern immer tiefer in die Kriminalität abrutscht.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Alexander (Constantin von Jascheroff) kommt wegen Handels mit Marihuana in Untersuchungshaft. Der Sohn aus reicher Familie, der an der Börse viel Geld verdiente, kommt in einer Dreierzelle mit dem Palästinenser Khalil (Kais Setti) und dem Russen Viktor (Amir Israil Aschenberg). Khalil greift ihn an, Alexander bekommt eine Einzelzelle, doch beim Fitnesssport gibt es den nächsten Konflikt und Alexander schlägt mit einer Hantel zu. Nun hat er auch noch eine Anklage wegen versuchtem Totschlag am Hals. Der Anwalt will ohne Geld nicht weitermachen.

Alexander muss auch seiner schwangeren Freundin Julia (Xenia Assenza) helfen, die nicht mehr weiß, wie sie ohne Geld zurechtkommen soll. Da spricht Mazlum (Cem Öztabakci), der mächtige Chef der Kurdengruppe, Alexander an und schlägt ihm ein Drogengeschäft vor, das außerhalb der Gefängnismauern über Alexanders Freund laufen soll.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse2 / 5

"Haps – Crime Doesn’t Pay“: Das Klagelied vom Knast

Der Regisseur und Drehbuchautor Ekrem Engizek erzählt in seinem deutschen Gefängnisdrama vom harten Alltag und der Gewalt hinter Gittern. Der Independentfilm "Haps – Crime Doesn’t Pay“, der ohne öffentliche Filmförderung produziert wurde, ist Teil einer multimedialen Kampagne zur Prävention gegen Jugendkriminalität. Unterlegt mit Deutschrap, schildert der Kinofilm aus der Perspektive des Häftlings Alexander, wie er zur Selbsthilfe mit fatalen Folgen greift. Derweil verkündet die Erzählstimme aus dem Off, dass in jedem Täter auch ein Opfer stecke, aber jeder für den eingeschlagenen Weg selbst verantwortlich sei.

Den harten Kerlen ausgeliefert

Alexander hat Angst vor seinen muskulösen und gewaltbereiten Mithäftlingen. Er will nichts wie weg, zu seiner Julia, aber was soll er machen, wenn das ganze Geld futsch ist und ihn die reiche Familie im Stich lässt? Constantin von Jascheroff überzeugt als Knast-Neuling, dem der Schrecken ins Gesicht geschrieben steht. Er wirkt den harten Kerlen ausgeliefert, bis er selbst zuschlägt. Alles was er tut, entfernt ihn immer weiter von der Freiheit und ist doch auch irgendwie verständlich, weil es aus Not oder dem Wunsch nach Vergeltung geschieht.

Schicksalhaft und widersprüchlich

Der ganze Film wirkt wie eine Ballade auf die Mitleidlosigkeit des Schicksals, das Leid von Gefängnisinsassen. Die Häftlinge tun sich im Hof nach Gruppen zusammen, Kurden, Russen, Salafisten. An der Spitze der Hierarchie steht der bullige Mazlum, der einen korrupten deutschen Wärter mit Reichsbürgerfantasien im Griff hat. Zu Mazlum, dem skrupellosen Verbrecher, blicken alle auf. Er gibt Alexander goldene Verhaltensregeln mit einer Prise Frauenfeindlichkeit mit auf den Weg und erklärt ihm, dass Haps das arabische Wort für Knast ist.

Es wirkt sehr widersprüchlich und verwirrend, wie der Film Männlichkeit recht unkritisch mit der Bereitschaft, Gewalt auszuüben, verbindet und dann wiederum vor ungesetzlichem Handeln warnt. In dem von Rapper Amir Israil Aschenberg alias Asche gespielten Viktor, einem Mörder mit ehrenwerten Motiven, findet Alexander einen treuen Freund.

In einem versifften Loch

Alexanders so fatale Entwicklung in dem so harten Gefängnisalltag vollzieht sich in einem realitätsfern gestalteten Schauplatz.Wer sich fragt, wo in Deutschland noch Häftlinge in einem vielleicht aus den 1920er Jahren stammenden Ziegelbau mit seither nie gestrichenen Innenwänden hausen, darf beruhigt sein. Der Film wurde in eigens auf schäbig getrimmten Kulissenbauten gedreht. Völlig verdreckte Toiletten und Ratten gehören dazu. Das hat mehr mit atmosphärischem Stilwillen als mit Abschreckung zu tun.

Fazit: In einer deutschen Haftanstalt entwickelt sich ein Kleinkrimineller unter gewaltbereiten Mitinsassen selbst zum gefährlichen Verbrecher. Regisseur und Drehbuchautor Ekrem Engizek stellt das harte Gefängnisdrama in den Mittelpunkt einer Kampagne zur Prävention gegen Jugendkriminalität. Der Independentfilm aber neigt zugleich zu einer Milieuschilderung, die von Klagen über das Schicksal und einem fragwürdig archaischen Männlichkeitsbild geprägt ist.




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Besetzung & Crew von "Haps - Crime Doesn't Pay"

Land: Deutschland
Jahr: 2025
Genre: Drama, Krimi
Kinostart: 27.03.2025
Regie: Ekrem Engizek
Darsteller: Milton Welsh als Arne Zimmermann, Michael Lott als Manfred S., Anna Stieblich als Mutter, Leonard Kunz, Arnel Taci als Cem Guenes
Kamera: Christof Wahl
Verleih: Engizek Films

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