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I Like Movies (2025)

Kanadische Tragikomödie über die Sinnsuche eines jungen Cineasten.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 1.0 / 5

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Der gesamte Alltag des Schülers Lawrence Kweller (Isaiah Lehtinen) kreist um Filme, weil er sonst nicht viel vom Leben hat. In seiner Highschool ist er ein Außenseiter, was ihn mit seinem besten Freund Matt Macarchuck (Percy Hynes White) verbindet. Gemeinsam mit Matt verantwortet Lawrence den Jahresabschlussfilm der Schule, geht ins Kino oder leiht sich Filme aus der Videothek aus. Statt an den Wochenenden um die Häuser zu ziehen, bleiben die zwei zu Hause und sehen sich gemeinsam "Saturday Night Live" an.

Lawrence großer Traum ist ein Filmstudium in New York. Doch nach dem Tod seines Vaters hält Lawrence Mutter Terri (Krista Bridges) ihre kleine Familie gerade so über Wasser. Die teuren Studiengebühren kann sie sich nicht leisten. Also heuert Lawrence in seiner Stammvideothek als Verkäufer an. Unter Anleitung seiner Chefin Alana (Romina D'Ugo) lernt Lawrence, mit dem Leben klarzukommen, was in erster Linie bedeutet, sich nicht wie ein rücksichtsloses Arschloch aufzuführen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse5 / 5

"I Like Movies": Liebenswerter Ladenhüter

In seinem Herkunftsland Kanada war Chandler Levacks Langfilmdebüt kein Erfolg vergönnt. Nach Aufführungen bei zahlreichen Festivals, darunter auch das Toronto International Film Festival, bei dem "I Like Movies" uraufgeführt wurde, entschied sich die Produktionsfirma für eine eingeschränkte Kinoauswertung in Nordamerika. Offiziell sahen die Verantwortlichen in dem Debüt kein kommerzielles Potenzial. Und auch wenn diese Einschätzung angesichts des nerdig-nischigen Themas gerechtfertigt erscheint, war es die falsche Entscheidung. Gerade Filme wie dieser, der in schönster Independent-Filmtradition steht, haben eine breite Kinoauswertung verdient.

Zwischen Cinephilie und Fremdscham

Von Levacks eigener Cinephilie und ihrem Werdegang ist einiges in ihr Debüt eingeflossen. Wie ihre Hauptfigur wurde auch die Regisseurin und Drehbuchautorin um die Jahrtausendwende in der Nähe von Toronto erwachsen und arbeitete als Jugendliche in einer Videothek. Aus ihren filmischen Vorbildern macht Levack zudem keinen Hehl. In Lawrence Kweller, dem von Isaiah Lehtinen ausgesprochen authentisch verkörperten Außenseiter, schwingt viel von anderen unangenehmen jungen Zeitgenossen im Independentkino jener Jahre mit.

Lawrence' arrogante Attitüde erinnert an Jason Schwartzmans Max Fischer in Wes Andersons "Rushmore" (1998) und an Reese Witherspoons Tracy Flick in Alexander Paynes "Election" (1999). Der um sich selbst kreisende Filmliebhaberhumor lässt einen unweigerlich an Kevin Smiths Kultklassiker "Clerks – Die Ladenhüter" (1994) denken. Was wiederum die Stimmung des Films anbelangt, die zwischen brüllend komisch und hochnotpeinlich schwankt, eifert Levack den in "I Like Movies" mehrfach zitierten Paul Thomas Anderson ("Punch-Drunk Love) und Todd Solondz ("Willkommen im Tollhaus" , "Happiness") nach.

Tragikomische Kostbarkeit

Von ihren Vorbildern mag Chandler Levack noch ein Stück weit entfernt sein, viel fehlt allerdings nicht mehr. Wie in den Filmen Solondz' ist auch Levacks Protagonist eine zwischenmenschlich so ungelenk bis unangebracht agierende Figur, dass es beim Zusehen regelrecht wehtut. Er sei einer jener "Männer, die sich in ihrem Film- oder Popkulturwissen verstecken, um Frauen nicht als Menschen wahrnehmen zu müssen", sagt Levack. Der nerdige Humor und die mal anspielungsreich augenzwinkernde, oft aber auch einfach nur aus absurden Situationen hervorbrechende Komik helfen jedoch dabei, selbst eine unliebsame Type wie Lawrence sympathisch zu machen.

So oft wir als Zuschauer über Lawrence' ungefilterte Taktlosigkeit und seinen Narzissmus auch den Kopf schütteln, weil wir die Ursache all seiner Unzulänglichkeiten kennen, drücken wir ihm letztlich doch die Daumen, diese irgendwann abzuschütteln. Was diesen mit einem schmalen Budget und Seitenverhältnis gedrehten Film zu einem kleinen Juwel des Adoleszenzkinos macht. "I Like Movies" ist im positiven Sinn nostalgisch und diese Nostalgie zugleich entzaubernd, humoristisch staubtrocken, wo nötig und an den richtigen Stellen intim. Was cinephile Coming-of-Age-Filme angeht, zählt "I Like Movies" zur Crème de la Crème. Weshalb zu hoffen ist, dass er hierzulande sein Publikum findet und nicht wie in Kanada zum Ladenhüter verkommt.

Fazit: Chandler Levacks Langfilmdebüt gelingen gleich mehrere Kunststücke: Die Tragikomödie der kanadischen Regisseurin feiert das Kino, ohne die Abgründe der dahinterstehenden Industrie auszublenden und schafft es, einen unliebsamen Protagonisten voller Ecken und Kanten am Ende liebenswert erscheinen zu lassen. Wer Filme liebt, sollte sich "I Like Movies" ansehen!




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Besetzung & Crew von "I Like Movies"

Land: Kanada
Jahr: 2025
Genre: Drama, Komödie
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 27.03.2025
Regie: Chandler Levack
Darsteller: Isaiah Lehtinen, Percy Hynes-White, Anand Rajaram, Eden Cupid, Krista Bridges
Kamera: Rico Moran
Verleih: Camino

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