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Sing Sing (2024)

Sensibles Gefängnis-Drama über die transformative Kraft der KunstKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 5.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


"Sing Sing" ist eines der ältesten US-Gefängnisse, sein Hochsicherheitstrakt beherbergt Schwerverbrecher, die für Raub bis Mord oft Jahrzehnte absitzen müssen, manche von ihnen werden ihr ganzes Leben hinter Gittern verbringen. John "Divine G" Whitfield (Colman Domingo) ist für ein Verbrechen, das er nicht beging, eingesperrt, seine Anträge auf Entlassung werden einer nach dem anderen abgelehnt.

Seine einzige Hoffnung in der eintönigen Gefängniswelt ist die Häftlingstheatergruppe "Rehabilitation through the Arts", wo er sich in eine andere Welt versetzen und sein kreatives Talent ausleben kann. Er ist Gründungsmitglied, schreibt selbst Stücke und brilliert als Darsteller. Die Ankunft des unberechenbaren Clarence "Divine Eye" Maclin (der echte spielt eine fiktionalisierte Version seiner selbst) bringt Unruhe in die Gruppe, da er auf einer Komödie besteht und auch sein ruppiges Verhalten aneckt. Mit der Zeit integriert er sich und darf schließlich Hamlet spielen. Nach einer weiteren Ablehnung seines Parole-Ansuchens ist es nun Whitfield, der mit seinen Emotionen zu kämpfen hat...

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

Die Prämisse von "Sing Sing" klingt simpel und auch der Plot verläuft relativ unspektakulär. Der Film hat teilweise dokumentarischen Charakter, wozu auch die Tatsache beiträgt, dass fast alle Figuren von ehemaligen Gefängnisinsassen gespielt werden, die Teil des RTA-Programms waren. Sie spielen sich selbst und tragen so zur realistischen Wiedergabe des Gefängnisalltags bei.

"Sind Sing" lebt also nicht von seiner Dramaturgie, sondern von seinem inszenatorischen Zugang, der das Leben hinter Gittern atmosphärisch wiedergibt. Die grobkörnigen Bilder und die oft verwendete Handkamera tragen viel zu der Intimität bei, die das Drama vermittelt. Es sind nicht große Gesten, sondern leise, subtile Töne, die ihre Wirkung entfalten. Ergänzt wird das Ganze durch einen gelungenen Soundtrack, der klassische Musik mit Jazztönen mischt. Die A24-Produktion steht im Verdacht, klassisches Arthouse-Material zu sein, doch durch den unaufgeregten Zugang und die zurückhaltende Regie von Greg Kwesar ist das Endresultat alles andere als gewöhnlich und schablonenhaft.

Einen großen Anteil an der Qualität des Films hat Colman Domingo, der seine Figur zwischen kontrollierter Härte und Zerbrechlichkeit oszillieren lässt, wofür es zurecht eine Oscar-Nominierung gab, bereits die zweite in Folge. Letztes Jahr überzeugte Domingo in der Netflix-Miniserie "The Madness". Und auch in "Sing Sing" legt er eine beachtliche Leistung hin. Gerade Gefühle wie Verzweiflung und unterdrückte Wut vermag der US-Amerikaner ausgezeichnet wiederzugeben.

Besonders angenehm an "Sing Sing" ist, dass der Film völlig ohne Kitsch oder plakativ aufgesetzte emanzipatorische Message auskommt: Er will nicht auf manipulative Weise Betroffenheit beim Publikum bewirken, sondern funktioniert über seinen kunstvoll gestalteten, flüchtigen Realismus, der die Handlung und seine Figuren stets "echt" und authentisch wirken lässt. Auf unaufdringliche Art und Weise entsteht so eine - auf realem Vorbild basierende - Geschichte über die transformative Kraft von Kunst und Schauspiel.

Fazit: Kunstvoll gestaltet, dabei aber stets im Realismus verankert und authentisch gespielt: "Sing Sing" ist ein kleiner, unauffälliger Film mit großem Herz und mit einer wichtigen Message, die er durch seine angenehme Unaufdringlichkeit glaubhabt vermittelt. Regie, Soundtrack und ein überzeugender Colman Domingo machen das Werk zu einem Geheimtipp für Indie- und Arthouse-Freunde.






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Zum Video: Sing Sing

Besetzung & Crew von "Sing Sing"

Land: USA
Jahr: 2024
Genre: Drama
Länge: 107 Minuten
Kinostart: 27.02.2025
Regie: Greg Kwedar
Darsteller: Colman Domingo als John Divine G Whitfield, Clarence Maclin, Sean San Jose als Mike Mike, Paul Raci als Brent Buell, David Giraudy
Kamera: Patrick Scola
Verleih: Weltkino Filmverleih

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