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Ein Tag ohne Frauen (2024)
The Day Iceland Stood Still
Dokumentarfilm über die Frauen, die am 24. Oktober 1975 ganz Island mit ihrem Streik für Gleichberechtigung lahmlegten.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung :
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Zu Anfang der 1970er Jahre war es jungen Frauen in Island in der Regel vorbestimmt, ein Dasein als Hausfrau und Mutter zu führen. Wenn Frauen arbeiten gingen, bekamen sie für die gleiche Tätigkeit weniger Lohn als Männer. In Führungspositionen stiegen sie ohnehin nicht auf. Nicht einmal der Bauernverband nahm Frauen als Mitglieder auf, es sei denn, sie waren Witwen. Aus wachsender Frustration bildete sich die Rotstrumpfbewegung junger Frauen, die für mehr Rechte auf die Straße gingen und ihre damals provokanten Ansichten in Radiosendungen äußerten.
Der isländische Frauenkongress 1975 beschloss, mit einem "freien Tag“ für Frauen zu demonstrieren, dass ohne ihren Beitrag nichts ging. Das Wort Streik wurde vermieden. 50 Frauenorganisationen erklärten sich bereit, mitzumachen. Mundpropaganda, Aufrufe in den Medien, Flyer: Wochenlang warben die Organisatorinnen im ganzen Land für den freien Tag. Am 24. Oktober legten schließlich 90 Prozent der isländischen Frauen die Arbeit nieder, übergaben die Kinder den Vätern und gingen auf die Straße. Teilnehmerinnen erzählen, wie sie die Gesellschaft für immer veränderten.
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Filmkritik
"Ein Tag ohne Frauen“: Der Streik, der Island veränderte
Vor 50 Jahren, am 24. Oktober 1975, katapultierten die isländischen Frauen ihr Land in wenigen Stunden in eine neue Ära. Sie legten gemeinsam die Arbeit – einschließlich Kinderbetreuung – nieder und zeigten den Männern, dass die Gesellschaft ohne ihren Beitrag aufgeschmissen war. Wie es zu diesem denkwürdigen "freien Tag“ kam, erzählen im Dokumentarfilm der Regisseurin Pamela Hogan Frauen, die dabei waren. "Ein Tag ohne Frauen“ erinnert auf fröhliche Weise an einen Streik für Gleichberechtigung, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte.
Teilnehmerinnen blicken zurück
Unter den zahlreichen Frauen, die ihre Erinnerungen beisteuern, sind auch Prominente. Vigdís Finnbogadóttir wurde 1980 isländische Staatspräsidentin, Gudrún Erlendsdóttir kam 1982 als erste Frau an den Obersten Gerichtshof des Landes. Das isländische Parlament ist heute zu 48 Prozent mit Frauen besetzt, mehr als in den meisten anderen Ländern der Welt. Vor dem "freien Tag“ hatte sich bei vielen Frauen im Land Wut aufgestaut, über fehlende Anerkennung, Mitbestimmung, Aufstiegschancen. Das wird anhand konkreter individueller Beispiele sehr anschaulich geschildert.
Die Männer kalt erwischt
Einen landesweiten freien Tag oder Streiktag zu organisieren, erwies sich als kollektive Meisterleistung. Die Frauen erzählen, wie sie unermüdlich von Tür zu Tür gingen, um alle Geschlechtsgenossinnen zum Mitmachen zu bewegen. Die Männer hatten bis zuletzt nicht geglaubt, dass tatsächlich Läden, Betriebe, Dienstleister flächendeckend schließen würden. Zwei Männer, die damals Kinder waren, erinnern sich, wie ihre überforderten Väter Hotdogs zum Abendessen servierten, die Kleinen auf der Arbeit mit Zeichentrickfilmen ruhigstellten.
Humorvoll erzählt und animiert
Hogan flicht in die Erzählungen der Frauen viel Archivmaterial von damals ein, Fotografien und Filmaufnahmen. Natürlich wird ausführlich auf die zentrale Versammlung in Reykjavik eingegangen. Die Entschlossenheit der Frauen auf dieser Demo fällt auf, man meint, ihre kollektive Kraft zu spüren. Wenn sie im Film zurückblicken, wirken die Teilnehmerinnen heute fröhlich, humorvoll, aber auch stolz auf ihre abenteuerliche Pionierleistung. Mit ebenfalls humorvollen Animationen bebildert der Film die Rückblicke auf unterhaltsame Weise. Diese friedliche Frauenrevolution hat sich nachhaltig gelohnt: Eine Texteinblendung am Ende verrät, dass Island mittlerweile das Land mit der größten Geschlechtergleichheit weltweit ist.
Fazit: Am 24. Oktober 1975 ging ein Ruck durch die isländische Gesellschaft. Überall im Land legten 90 Prozent der Frauen ihre Erwerbs- oder Haushalts- und Betreuungsarbeit nieder, um zu demonstrieren, dass sie unersetzlich und die Benachteiligung gegenüber Männern leid waren. Teilnehmende und Organisatorinnen erinnern sich an diesen denkwürdigen Tag, an dem sich Frauen kollektiv emanzipierten und das Land nachhaltig veränderten. Unter der Regie von Pamela Hogan würdigt der Dokumentarfilm dieses feministische Jahrhundertereignis auf unterhaltsame und beschwingte Weise.
Vor 50 Jahren, am 24. Oktober 1975, katapultierten die isländischen Frauen ihr Land in wenigen Stunden in eine neue Ära. Sie legten gemeinsam die Arbeit – einschließlich Kinderbetreuung – nieder und zeigten den Männern, dass die Gesellschaft ohne ihren Beitrag aufgeschmissen war. Wie es zu diesem denkwürdigen "freien Tag“ kam, erzählen im Dokumentarfilm der Regisseurin Pamela Hogan Frauen, die dabei waren. "Ein Tag ohne Frauen“ erinnert auf fröhliche Weise an einen Streik für Gleichberechtigung, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte.
Teilnehmerinnen blicken zurück
Unter den zahlreichen Frauen, die ihre Erinnerungen beisteuern, sind auch Prominente. Vigdís Finnbogadóttir wurde 1980 isländische Staatspräsidentin, Gudrún Erlendsdóttir kam 1982 als erste Frau an den Obersten Gerichtshof des Landes. Das isländische Parlament ist heute zu 48 Prozent mit Frauen besetzt, mehr als in den meisten anderen Ländern der Welt. Vor dem "freien Tag“ hatte sich bei vielen Frauen im Land Wut aufgestaut, über fehlende Anerkennung, Mitbestimmung, Aufstiegschancen. Das wird anhand konkreter individueller Beispiele sehr anschaulich geschildert.
Die Männer kalt erwischt
Einen landesweiten freien Tag oder Streiktag zu organisieren, erwies sich als kollektive Meisterleistung. Die Frauen erzählen, wie sie unermüdlich von Tür zu Tür gingen, um alle Geschlechtsgenossinnen zum Mitmachen zu bewegen. Die Männer hatten bis zuletzt nicht geglaubt, dass tatsächlich Läden, Betriebe, Dienstleister flächendeckend schließen würden. Zwei Männer, die damals Kinder waren, erinnern sich, wie ihre überforderten Väter Hotdogs zum Abendessen servierten, die Kleinen auf der Arbeit mit Zeichentrickfilmen ruhigstellten.
Humorvoll erzählt und animiert
Hogan flicht in die Erzählungen der Frauen viel Archivmaterial von damals ein, Fotografien und Filmaufnahmen. Natürlich wird ausführlich auf die zentrale Versammlung in Reykjavik eingegangen. Die Entschlossenheit der Frauen auf dieser Demo fällt auf, man meint, ihre kollektive Kraft zu spüren. Wenn sie im Film zurückblicken, wirken die Teilnehmerinnen heute fröhlich, humorvoll, aber auch stolz auf ihre abenteuerliche Pionierleistung. Mit ebenfalls humorvollen Animationen bebildert der Film die Rückblicke auf unterhaltsame Weise. Diese friedliche Frauenrevolution hat sich nachhaltig gelohnt: Eine Texteinblendung am Ende verrät, dass Island mittlerweile das Land mit der größten Geschlechtergleichheit weltweit ist.
Fazit: Am 24. Oktober 1975 ging ein Ruck durch die isländische Gesellschaft. Überall im Land legten 90 Prozent der Frauen ihre Erwerbs- oder Haushalts- und Betreuungsarbeit nieder, um zu demonstrieren, dass sie unersetzlich und die Benachteiligung gegenüber Männern leid waren. Teilnehmende und Organisatorinnen erinnern sich an diesen denkwürdigen Tag, an dem sich Frauen kollektiv emanzipierten und das Land nachhaltig veränderten. Unter der Regie von Pamela Hogan würdigt der Dokumentarfilm dieses feministische Jahrhundertereignis auf unterhaltsame und beschwingte Weise.
Bianka Piringer
Besetzung & Crew von "Ein Tag ohne Frauen"
Land: USA, IslandJahr: 2024
Genre: Dokumentation
Originaltitel: The Day Iceland Stood Still
Länge: 71 Minuten
Kinostart: 13.03.2025
Regie: Pamela Hogan
Kamera: Helgi Felixson
Verleih: Rise and Shine Cinema