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Baby (2024)
Drama: Ein 18-Jähriger beginnt, als Sexworker in den Straßen von São Paulo zu arbeiten.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung :
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Wellington (João Pedro Mariano) hat zwei Jahre in einer Jugendstrafanstalt verbracht. Als er aus der Haft entlassen wird, sind seine Eltern weggezogen, ohne ihm die Möglichkeit zu geben, mit ihnen in Kontakt zu treten. Als er dem 42-jährigen Sexworker Ronaldo (Ricardo Teodoro) begegnet, entwickelt sich zwischen den beiden Männern eine Liebesbeziehung. Alsbald fängt auch Wellington an, als Sexarbeiter tätig zu werden.
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Filmkritik
"Baby": In den Straßen von São Paulo
Nach seinem Debüt "Body Electric" (2017) liefert der 1982 in Belo Horizonte geborene Regisseur Marcelo Caetano mit "Baby" einen weiteren Film, der in seiner langjährigen Wahlheimatstadt São Paulo spielt. Die urbanen Bilder, die er mit seinem Kameraduo Joana Luz und Pedro Sotero findet, sind einerseits voller Poesie – zeigen andererseits aber auch die extrem harten und bedrohlichen Seiten des Schauplatzes. Deutlich zu spüren ist stets, dass Caetano diese Orte gut kennt und deren Atmosphäre daher äußerst treffend zu erfassen vermag.
Ein differenzierter Blick
Das Thema Sexarbeit wird hier weder romantisiert noch skandalisiert. Spannend ist vor allem das überaus ambivalente Verhältnis zwischen dem 18-jährigen Protagonisten Wellington und dem fast zweieinhalb Dekaden älteren Ronaldo. Zwischen den beiden Männern gibt es viel Sanftheit und Zärtlichkeit; dennoch wird auch die Abhängigkeit erkennbar. Der Filmtitel ist zugleich das Pseudonym, das sich Wellington als Sexworker zulegt – als selbstermächtigender Akt der Aneignung, nachdem Ronaldo ihm vorgeworfen hat, sich unreif, wie ein Baby zu verhalten.
Caetano bezeichnet Wong Kar-Wai ("Happy Together"), Pedro Almodóvar ("Alles über meine Mutter") und Claire Denis ("Der Fremdenlegionär") als Filmschaffende, die ihn inspiriert haben. Ebenso nennt er das betont farbenprächtige Musical "Die Regenschirme von Cherbourg" (1964) von Jacques Demy als Einfluss. Die Buntheit und die Musik sind auch in einigen Momenten in "Baby" enthalten, ohne dass das Ganze dadurch ins Verklärte abdriftet.
Intensive Schauspielleistungen
Der Hauptdarsteller João Pedro Mariano und sein Co-Star Ricardo Teodoro überzeugen mit ihren Darbietungen. In den gemeinsamen Sequenzen werden die starken Gefühle sichtbar, die Wellington und Ronaldo füreinander hegen. Beide Schauspieler wurden zu Recht bereits auf Festivals für ihre Leistungen ausgezeichnet.
Fazit: Ein feinfühliger Film über einen Coming-of-Age-Prozess und über die Entstehung einer komplizierten Beziehung.
Nach seinem Debüt "Body Electric" (2017) liefert der 1982 in Belo Horizonte geborene Regisseur Marcelo Caetano mit "Baby" einen weiteren Film, der in seiner langjährigen Wahlheimatstadt São Paulo spielt. Die urbanen Bilder, die er mit seinem Kameraduo Joana Luz und Pedro Sotero findet, sind einerseits voller Poesie – zeigen andererseits aber auch die extrem harten und bedrohlichen Seiten des Schauplatzes. Deutlich zu spüren ist stets, dass Caetano diese Orte gut kennt und deren Atmosphäre daher äußerst treffend zu erfassen vermag.
Ein differenzierter Blick
Das Thema Sexarbeit wird hier weder romantisiert noch skandalisiert. Spannend ist vor allem das überaus ambivalente Verhältnis zwischen dem 18-jährigen Protagonisten Wellington und dem fast zweieinhalb Dekaden älteren Ronaldo. Zwischen den beiden Männern gibt es viel Sanftheit und Zärtlichkeit; dennoch wird auch die Abhängigkeit erkennbar. Der Filmtitel ist zugleich das Pseudonym, das sich Wellington als Sexworker zulegt – als selbstermächtigender Akt der Aneignung, nachdem Ronaldo ihm vorgeworfen hat, sich unreif, wie ein Baby zu verhalten.
Caetano bezeichnet Wong Kar-Wai ("Happy Together"), Pedro Almodóvar ("Alles über meine Mutter") und Claire Denis ("Der Fremdenlegionär") als Filmschaffende, die ihn inspiriert haben. Ebenso nennt er das betont farbenprächtige Musical "Die Regenschirme von Cherbourg" (1964) von Jacques Demy als Einfluss. Die Buntheit und die Musik sind auch in einigen Momenten in "Baby" enthalten, ohne dass das Ganze dadurch ins Verklärte abdriftet.
Intensive Schauspielleistungen
Der Hauptdarsteller João Pedro Mariano und sein Co-Star Ricardo Teodoro überzeugen mit ihren Darbietungen. In den gemeinsamen Sequenzen werden die starken Gefühle sichtbar, die Wellington und Ronaldo füreinander hegen. Beide Schauspieler wurden zu Recht bereits auf Festivals für ihre Leistungen ausgezeichnet.
Fazit: Ein feinfühliger Film über einen Coming-of-Age-Prozess und über die Entstehung einer komplizierten Beziehung.
Andreas Köhnemann
Besetzung & Crew von "Baby"
Land: Brasilien, Frankreich, NiederlandeJahr: 2024
Genre: Drama
Länge: 106 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 20.03.2025
Regie: Marcelo Caetano
Darsteller: João Pedro Mariano, Ricardo Teodoro, Ana Flavia Cavalcanti, Bruna Linzmeyer, Luiz Bertazzo
Kamera: Joana Luz
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH