
Misericordia (2024)
Thriller-Tragikomödie: Ein junger Mann kehrt nach zehn Jahren in sein Heimatdorf zurück – und sorgt für Aufregung.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung :
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Einst ging Jérémie (Félix Kysyl) bei dem Bäckermeister Jean-Pierre (Serge Richard) in der kleinen Gemeinde Saint-Martial im Südosten Frankreichs in die Lehre. Zu dessen Tod reist Jérémie nun wieder in die Provinz, die er vor zehn Jahren verlassen hat. Während die Witwe Martine (Catherine Frot) hocherfreut ist über die Rückkehr des jungen Mannes, verhält sich der Sohn Vincent (Jean-Baptiste Durand) zunächst distanziert. Früher waren Jérémie und Vincent gute Freunde, nun kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen, die bald zu einem Verbrechen führen.
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Filmkritik
"Misericordia": Schuld und Barmherzigkeit
"Misericordia" ist das neue Werk des 1964 in Villefranche-de-Rouergue geborenen Drehbuchautors und Regisseurs Alain Guiraudie ("Der Fremde am See", "Haltung bewahren!"). Abermals gelingt es dem Filmemacher auf virtuose Weise, vertraute Genre-Elemente für seinen betont kuriosen und sehr queeren Kosmos zu nutzen. Die etablierten Regeln des Spannungskinos, etwa des Film noir im Stil von Fritz Lang ("Gefährliche Begegnung") und des Thrillers in Manier des Master of Suspense Alfred Hitchcock ("Im Schatten des Zweifels"), werden hinterfragt und lustvoll gebrochen; hinzu kommt die Sinnlichkeit von Pier Paolo Pasolini ("Teorema – Geometrie der Liebe").
Die Begierde lodert auf
Mit seiner Kamerafrau Claire Mathon ("Porträt einer jungen Frau in Flammen") fängt Guiraudie den herbstlichen Schauplatz, eine malerisch anmutende Provinz im Südosten Frankreichs, ein. Zuweilen wirkt der Ort wunderschön; in einigen Momenten könnte er jedoch auch einem finsteren Märchen entsprungen sein. In dieser herrlich ambivalenten Kulisse entspinnt sich ein wilder Begehrensreigen.
Unterdrückte Gefühle führen zu Gewalt; eine unerwiderte, stille Liebe sorgt für eine Situation, die gängige Moralvorstellungen herausfordert. Ganz im Sinne des Titels "Misericordia" (Lateinisch für "Barmherzigkeit") geht es um große Themen wie Schuld, Sühne, Reue und Vergebung. Zugleich bietet der Film reichlich Humor, der vor allem durch Guiraudies Gespür für Absurdität entsteht.
Prägnant gespielt
Der Hauptdarsteller Félix Kysyl ("Liebhaber für einen Tag") verkörpert seine Rolle mit vielen Facetten. Neben Arthouse-Star Catherine Frot ("Madame Marguerite oder Die Kunst der schiefen Töne") glänzt vor allem der Charakterkopf Jacques Develay als tragischer Dorfpfarrer.
Fazit: Eine eigenwillig erzählte, erotisch und stilsicher in Szene gesetzte Mischung aus Spannung und bizarrem Witz mit tollem Cast.
"Misericordia" ist das neue Werk des 1964 in Villefranche-de-Rouergue geborenen Drehbuchautors und Regisseurs Alain Guiraudie ("Der Fremde am See", "Haltung bewahren!"). Abermals gelingt es dem Filmemacher auf virtuose Weise, vertraute Genre-Elemente für seinen betont kuriosen und sehr queeren Kosmos zu nutzen. Die etablierten Regeln des Spannungskinos, etwa des Film noir im Stil von Fritz Lang ("Gefährliche Begegnung") und des Thrillers in Manier des Master of Suspense Alfred Hitchcock ("Im Schatten des Zweifels"), werden hinterfragt und lustvoll gebrochen; hinzu kommt die Sinnlichkeit von Pier Paolo Pasolini ("Teorema – Geometrie der Liebe").
Die Begierde lodert auf
Mit seiner Kamerafrau Claire Mathon ("Porträt einer jungen Frau in Flammen") fängt Guiraudie den herbstlichen Schauplatz, eine malerisch anmutende Provinz im Südosten Frankreichs, ein. Zuweilen wirkt der Ort wunderschön; in einigen Momenten könnte er jedoch auch einem finsteren Märchen entsprungen sein. In dieser herrlich ambivalenten Kulisse entspinnt sich ein wilder Begehrensreigen.
Unterdrückte Gefühle führen zu Gewalt; eine unerwiderte, stille Liebe sorgt für eine Situation, die gängige Moralvorstellungen herausfordert. Ganz im Sinne des Titels "Misericordia" (Lateinisch für "Barmherzigkeit") geht es um große Themen wie Schuld, Sühne, Reue und Vergebung. Zugleich bietet der Film reichlich Humor, der vor allem durch Guiraudies Gespür für Absurdität entsteht.
Prägnant gespielt
Der Hauptdarsteller Félix Kysyl ("Liebhaber für einen Tag") verkörpert seine Rolle mit vielen Facetten. Neben Arthouse-Star Catherine Frot ("Madame Marguerite oder Die Kunst der schiefen Töne") glänzt vor allem der Charakterkopf Jacques Develay als tragischer Dorfpfarrer.
Fazit: Eine eigenwillig erzählte, erotisch und stilsicher in Szene gesetzte Mischung aus Spannung und bizarrem Witz mit tollem Cast.
Andreas Köhnemann
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Besetzung & Crew von "Misericordia"
Land: Frankreich, Spanien, PortugalWeitere Titel: Mizerykordia
Jahr: 2024
Genre: Drama, Komödie
Länge: 102 Minuten
Kinostart: 06.03.2025
Regie: Alain Guiraudie
Darsteller: Félix Kysyl, Catherine Frot, Jacques Develay, Jean-Baptiste Durand, David Ayala
Kamera: Claire Mathon
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH