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Islands (2025)
Deutscher Thriller über einen Tennistrainer auf Fuerteventura, der in einen Vermisstenfall verwickelt wird.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung :
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 9 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Tom (Sam Riley) arbeitet als Tennistrainer in einer Hotelanlage auf Fuerteventura. Die Nächte schlägt er sich mit Alkohol und Drogen in Clubs und mit One-Night-Stands um die Ohren. Sein einziger Freund auf der Insel ist der alte Rafik (Ahmed Boulane), der auf seiner Farm Kamelreiten für Touristen anbietet, nun aber nach Marokko zurückkehren will. Tom lernt die neuen Hotelgäste Anne (Stacy Martin) und Dave (Jack Farthing) kennen, die ihren Sohn Anton (Dylan Torrell) zum Tennisunterricht begleiten.
Hilfsbereit besorgt Tom der Familie eine bessere Suite, nimmt sich einen Tag frei, um ihr die Insel zu zeigen. In der Ehe kriselt es und Tom fühlt sich zur geheimnisvollen Anne hingezogen. Am Abend legt sich Anne schlafen und Dave überredet Tom, noch kurz mit ihm in den Club zu gehen. Dort will der betrunkene Dave länger bleiben und tanzen. Am nächsten Morgen erfährt Tom von Anne, dass Dave nicht zurückgekehrt ist. Tom widmet sich nun ganz Anne und Anton. Die Polizei beginnt zu ermitteln und ein Inspektor findet heraus, dass Anne etwas verheimlicht.
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Filmkritik
"Islands“: Das Rätsel einer Nacht
Der Held im neuen Spielfilm des Regisseurs Jan-Ole Gerster ("Oh Boy“) führt als Tennistrainer auf Fuerteventura ein Leben, um das ihn viele Touristen beneiden. Doch die immer gleichen Tage zwischen Tennisplatz und Club, ohne dauerhafte Beziehungen, laugen Tom aus. Nachdem er ein Urlauberpaar mit Kind kennenlernt, verbringt er viel Zeit mit der Familie. Wirkt Islands zunächst wie ein Drama über eine Lebenskrise und eine sich anbahnende Romanze, entwickelt sich der Film zum Thriller, sobald der Familienvater Dave in einer Nacht verschwindet.
Ein hilfsbereiter Mann
Trainer Tom sieht recht flott und sportlich aus, aber auch etwas ungepflegt. Er wacht morgens oft verkatert auf und kommt übermüdet zur Arbeit. So wirkt er verletzlich, fast ein wenig haltlos. Der schweigsame Charakter ähnelt dem Studenten aus "Oh Boy“, der durch Berlin auf der Suche nach dem eigenen Leben irrt. Sam Riley spielt Tom als hilfsbereiten Mann, der für seine Freundlichkeiten kein Extrageld von den Touristen will. Ob er so nach Wertschätzung jenseits des Jobs sucht, bleibt offen. Denn Rileys Tom schaut meistens etwas ratlos drein, unsicher, besorgt – wie jemand, der sich selbst abhanden gekommen ist.
Neues Leben mit Familie?
Ein Thema des Films ist also, wie schon in Dany Boons "Voll ins Leben“, die Einsamkeit eines Menschen, der dort lebt, wo andere Urlaub machen. Seine Kontakte reisen alle bald ab in ihr richtiges Leben. Könnte Tom nicht der bessere Partner für die schöne Anne, nicht der bessere Vater für ihren Sohn Anton sein als Dave, der sich wiederum nach Freiheit sehnt? Die Musik von Dascha Dauenhauer weist mit ihren schwermütigen, dräuenden Klängen früh in Richtung Film Noir. Die blonde Anne muss darin als Femme fatale ebenfalls viel schweigen.
Gefahr liegt in der Luft
Wenn sich nach Daves Verschwinden Tom und Anne, aus Unter- beziehungsweise Obersicht gefilmt, vielsagende Blicke zuwerfen, kommt einem der Filmtitel "Nur die Sonne war Zeuge“ in den Sinn. An dessen Hauptcharakter Tom Ripley, den Patricia Highsmith in ihrer Romanvorlage schuf, spielt der Name Tom in "Islands“ nach Auskunft Gersters an. Die kahle, wüstenähnliche Vulkaninsel Fuerteventura mit der Brandung an den Steilküsten wirkt alles andere als heimelig. Zwischen Einheimischen und Touristen herrscht nicht nur sprachlich eine Kluft. Wohin die Reise geht, ob der Tag schön wird oder in den Abgrund führt, kann Tom nie so genau wissen.
Fazit: Unter der Regie von Jan-Ole Gerster verwandelt sich das Drama eines Tennistrainers auf Fuerteventura in einen Thriller mit Film-Noir-Charakter. Sam Riley verleiht dem schweigsamen Mann eine kaum verhüllte Verletzlichkeit. Die Bekanntschaft mit einer rätselhaften Urlauberin, deren Mann plötzlich vermisst wird, rückt ihn mit ihr ins Visier der Polizei. Die verschiedenen Themen, die Gerster anschneidet, von Lebenskrise über Beziehungssehnsucht bis zum Krimi, kommen sich gegenseitig etwas in die Quere. Die Verlorenheit des Helden, die raue Wüsten- und Küstenlandschaft und die dunklen Töne der Filmmusik ergeben einen stimmungsvollen Gesamteindruck.
Der Held im neuen Spielfilm des Regisseurs Jan-Ole Gerster ("Oh Boy“) führt als Tennistrainer auf Fuerteventura ein Leben, um das ihn viele Touristen beneiden. Doch die immer gleichen Tage zwischen Tennisplatz und Club, ohne dauerhafte Beziehungen, laugen Tom aus. Nachdem er ein Urlauberpaar mit Kind kennenlernt, verbringt er viel Zeit mit der Familie. Wirkt Islands zunächst wie ein Drama über eine Lebenskrise und eine sich anbahnende Romanze, entwickelt sich der Film zum Thriller, sobald der Familienvater Dave in einer Nacht verschwindet.
Ein hilfsbereiter Mann
Trainer Tom sieht recht flott und sportlich aus, aber auch etwas ungepflegt. Er wacht morgens oft verkatert auf und kommt übermüdet zur Arbeit. So wirkt er verletzlich, fast ein wenig haltlos. Der schweigsame Charakter ähnelt dem Studenten aus "Oh Boy“, der durch Berlin auf der Suche nach dem eigenen Leben irrt. Sam Riley spielt Tom als hilfsbereiten Mann, der für seine Freundlichkeiten kein Extrageld von den Touristen will. Ob er so nach Wertschätzung jenseits des Jobs sucht, bleibt offen. Denn Rileys Tom schaut meistens etwas ratlos drein, unsicher, besorgt – wie jemand, der sich selbst abhanden gekommen ist.
Neues Leben mit Familie?
Ein Thema des Films ist also, wie schon in Dany Boons "Voll ins Leben“, die Einsamkeit eines Menschen, der dort lebt, wo andere Urlaub machen. Seine Kontakte reisen alle bald ab in ihr richtiges Leben. Könnte Tom nicht der bessere Partner für die schöne Anne, nicht der bessere Vater für ihren Sohn Anton sein als Dave, der sich wiederum nach Freiheit sehnt? Die Musik von Dascha Dauenhauer weist mit ihren schwermütigen, dräuenden Klängen früh in Richtung Film Noir. Die blonde Anne muss darin als Femme fatale ebenfalls viel schweigen.
Gefahr liegt in der Luft
Wenn sich nach Daves Verschwinden Tom und Anne, aus Unter- beziehungsweise Obersicht gefilmt, vielsagende Blicke zuwerfen, kommt einem der Filmtitel "Nur die Sonne war Zeuge“ in den Sinn. An dessen Hauptcharakter Tom Ripley, den Patricia Highsmith in ihrer Romanvorlage schuf, spielt der Name Tom in "Islands“ nach Auskunft Gersters an. Die kahle, wüstenähnliche Vulkaninsel Fuerteventura mit der Brandung an den Steilküsten wirkt alles andere als heimelig. Zwischen Einheimischen und Touristen herrscht nicht nur sprachlich eine Kluft. Wohin die Reise geht, ob der Tag schön wird oder in den Abgrund führt, kann Tom nie so genau wissen.
Fazit: Unter der Regie von Jan-Ole Gerster verwandelt sich das Drama eines Tennistrainers auf Fuerteventura in einen Thriller mit Film-Noir-Charakter. Sam Riley verleiht dem schweigsamen Mann eine kaum verhüllte Verletzlichkeit. Die Bekanntschaft mit einer rätselhaften Urlauberin, deren Mann plötzlich vermisst wird, rückt ihn mit ihr ins Visier der Polizei. Die verschiedenen Themen, die Gerster anschneidet, von Lebenskrise über Beziehungssehnsucht bis zum Krimi, kommen sich gegenseitig etwas in die Quere. Die Verlorenheit des Helden, die raue Wüsten- und Küstenlandschaft und die dunklen Töne der Filmmusik ergeben einen stimmungsvollen Gesamteindruck.
Bianka Piringer
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Besetzung & Crew von "Islands"
Jahr: 2025Genre: Thriller
Kinostart: 08.05.2025
Regie: Jan-Ole Gerster
Darsteller: Sam Riley
Verleih: Leonine Distribution
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